Gestern habe ich es einfach nicht ausgehalten- irgendwas zog mich an den Ort unserer Verlobung. ca 1,5 h saß ich im Schnee und ließ mir bei -4°C kalten Seewind um die Ohren wirbeln.
Ich sah all die Stunden die wir dort verbracht hatten wieder greifbar vor mir.
Mit kaum einen 2ten Ort verbinde ich solche Glückseeligkeit wie mit diesem.
Aber nun werde ich erstmal erzählen, wie zauberhaft unsere Verlobung ablief.
Es war der 29.06.2012. 2 ihrer Klassenkameraden wollten an einen warmen Freitag am See in ihren Geburtstag rein feiern. Ich hatte an den Tag Frühschicht, was hieß um 3 aufstehen und ich war ziemlich fertig, als ich Abends endlich mal in Markranstädt war. Anna war auch schon leicht angeheitert. Es war voll von ihren Schulkids, ich kannte kaum jemanden und sie hatte sich so süß um mich gekümmert, damit ich mich nicht alleine fühle. Abenddämmerung, lauwarme Winde, leises Plätschern des Wassers. Irgendwann, als die Sonne wunderbar rot schien, zog sie mich von der Menge weg und wir setzten uns ins Gras ganz nahe am Wasser. Ich saß zwischen ihren Beinen und so an ihre Brust gelehnt, fühlte ich mich so geborgen wie sonst nie. Was ich mir nie wirkich verziehen habe, ist die Tatsache, dass ich den genauen Wortlaut nicht mehr weiß. Schon am Tag danach wusste ich es nicht. Es war ungefähr so:
"Weißt du eigentlich, dass wir einen wundervollen Sohn haben werde?
Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?
Weißt du, wie glücklich du mich machst?
Weißt du, dass wir für immer sind?"
...nur viel länger. Und dann fragte sie mich an diesem wunderschönen Abend, so wunderbar spontan, ob ich für immer ihrs sein möchte. Was soll ich sagen? Kann man mehr wollen, als die Frau, die einen von Anfang an umgehauen hat, die einen mehr Glück bereitet, als alle Schätze dieser Welt es je könnten?Wie sie es freudestrahlend allen erzählt hat, wie mir teilweise wildfremde Menschen gratuliert haben, wie ich mich einfach nur gefühlt habe, als wäre ich für immer angekommen und könnte alles Leid meistern, weil sie mich stärkt und unterstützt..
All dies schoss mir gestern durch den Kopf, als ich dort war. Dieses Infinity-Zeichen, dass sie auf den Steg gesprüht hat, wie wir stundenlang einfach nur dort saßen, oder lagen und geredet und geschwiegen haben. Unzählige Küsse, von denen noch jeder einzelne auf meinen Lippen brennt.
Ich will nicht, dass es das war. Ich will dieses Glück nicht verlieren. Ich will nicht ohne das tollste Mädchen der Welt sein, weil sie mir erst zeigte wie man lebt, wie man liebt.



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